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Dienstag, 22. November 2016

Hausmütze für den Herren


Mit kleineren Unterbrechungen in den letzten Wochen entstanden ist diese seidene Hauskappe für den Herren.
Die morgendliche Routine des gepflegten Herren im 18ten Jh  bestand darin, im gemütlichen Banyan und ohne Perücke, dafür aber mit einer Kappe auf dem Kopf seinen Gepflogenheiten innerhalb des Hauses nach zu gehen... frühstücken, Morgentoilette, private Korrespondenz, Besuche empfangen... Diese Hausmützen gab es in allen sozialen Schichten.
Was im modernen Sinne sehr feminin anmutet, war hierbei absolut gebräuchlich: Indiennes, Blumenprints, Stickereien, andere bunte Muster.


Diese Mützen gab es in den verschiedensten Formen, vom Turban bis zu lang zipfeligen Nachtmützchen; einfach bis sehr stark verziert.
Diese ist eher flach und besteht aus 4 Teilen, die die Krone bilden und zwei Blenden vorn und hinten.
Verwendet wurde außen eine changierende Seide  und innen eine einfache Seide für das Futter. Dazwischen befindet sich zur Stabilisierung ein Zwischenfutter aus Rosshaar. Die Kordel ist aus Baumwolle gedreht.
Gestickt wurde mit einem dünnen Viskosenähfaden, der einen schönen seidenähnlichen Glanz hat.





Hier die Vorlage für das Schnittmuster aus dem "Costume close up"-Buch; diese Kappe datiert zw 1740-1760 


und dieses Bild ist, meine ich, aus der Kyoto-Sammlung:



Montag, 24. Oktober 2016

neu im Shop

2 Unikate:
von Hand bestickte Nadelkissen
beide bei etsy eingestellt





Mittwoch, 19. Oktober 2016

Tomate-Apfel-Orangen-Relish

Na, Lust auf noch ein Rezept?
Wieder ein süß-saures Relish, diesmal aber etwas fruchtiger und mit einer leichten Curry-Note.

Bei den Tomaten habe ich es mir einfach gemacht: anstatt frische Tomaten zu häuten und zu würfeln, habe ich Stücke aus der Dose genommen (gut abtropfen lassen). Wenn man keine Gartentomaten hat, sind die meist ja sogar aromatischer (leider). Eine Dose hiervon bzw ca 250g Tomate.
Beim Kauf des Apfels unbedingt die auch recht geschmacksneutralen Importäpfel links liegen lassen und nach Lederäpfeln Ausschau halten.  Auch hier ca 200-250g geschält und gewürfelt.
Ich habe hier eine Renette, nämlich den Boskoop, genommen.


Zwei Orangen ebenfalls filetieren und klein schneiden (auch ca 200g).
Die Früchte mit 250g Gelierzucker extra mischen und 175ml Weißweinessig aufgießen.
Salzen, 2 TL grünen Pfeffer und 1-2 TL Currypulver dazu geben.
Alles 10min kochen lassen, dann pürieren. Nicht vollständig, die Masse soll musig sein, aber auch noch ein paar Stücke enthalten. Nochmal aufkochen und wie gehabt in die Gläser füllen.
Ergibt ca 4 x 250ml Gläser.




Dienstag, 18. Oktober 2016

Zwiebelrelish

Heute mal wieder etwas kulinarisches... mit einer für mich ganz ungewöhnlichen Grundzutat. Mit Zwiebel.
Ja, genau, Zwiebeln sind ungewöhnlich, weil ich sie nicht esse.

Aber ich mag Käse und ich mag rotes Fleisch (und ich mag die Menschen in meiner Umgebung, die Zwiebeln gern essen) und zu beidem paßt das Folgende wirklich hervorragend.


Zwiebelrelish

ca 1kg Zwiebel (ich verwende die roten und Schalotten zu etwa gleichen Teilen) und 2 große rote Paprika werden geschnitten und in Öl in der Pfanne weich gebraten

in einem großen Topf derweil 150ml süßen Weißwein, 250ml Weißweinessig, 500g Gelierzucker extra, 3 Tl Salz und 1 TL Rosenpaprika erhitzen und die weichen Gemüse dazu geben
alles 10min kochen lassen, dann ca 2 EL grünen Pfeffer (den frisch eingelegten aus dem Glas) darunter rühren

in vorbereitete Twist-off Gläser füllen
fertig



Sonntag, 9. Oktober 2016

Herrenweste


Auch genäht wurde in den letzten Wochen.
Manchmal sieht man einen Stoff und weiß sofort, was er werden will und wie in diesem Falle auch, für wen.
Das feste, ripsartige Gewebe hat einen tollen Stand und war somit wunderbar geeignet für eine Herrenweste; die Farbe vielleicht ein wenig gewagt, aber ich war mir sicher, die paßt zum zukünftigen Träger.
Also gekauft und losgenäht ... es sollte eine Überraschung werden und wurde es auch.
:)

Alle sichtbaren Nähte sowie die Seitennähte, Knopflöcher und die Stickereien sind von hand ausgeführt, die Schnürlöcher am Rücken selbstverständlich auch.
Das Motiv für die Schleifchenstickerei vorn ist einem Justeaucorps aus den 1780gern (im Fashion in Detail - Buch abgebildet) entnommen und hier in Kettenstichen ausgeführt, allein das waren übrigens ca 15 Arbeitsstunden...



Tea for two

Inspiriert durch die vielen Reise- und Aufbewahrungskistchen und Köfferchen, die es im 18ten Jh für Geschirr und vielerlei Kleinkram gibt (und genervt durch das ewige bruchgefährdende Hin- und Hergeklapper im eigenen Picknickkorb) ist in den letzten Wochen mein Picknickköfferchen entstanden.
Da ich keine gekaufte Kiste umarbeiten wollte, ist diese von Grund auf selbstgebaut und an das Geschirr angepaßt.
Mit den dicken Filzdeckchen kann ich so ein Set für zwei Personen inkl Weingläser transportieren. Nehme ich dünneres Leinen und einfache Bechergläser sogar für vier.
In den Deckel ist als kleine Spielerei und dekoratives Element eine Keramikfliese eingelassen, auf die man bspw eine Teekanne oder anderes, was auf der Picknickdecke schnell kippt, stellen kann.
Innen ist sie mit teegefärbten Kopien einer Zeitung von 1766 ausgeklebt. Ich habe dafür mehrere Beispiele derart beklebter Hutschachteln und fand das irgendwie nett.
(@ Nicolle: hast du das Papier erkannt? )

Die nächste Box ist dann für Teekanne und zwei Teedosen....    :)








Samstag, 8. Oktober 2016

Tweetwalk #Lustwandeln in Schleißheim

Nun habe ich also tatsächlich an einem Tweetwalk teilgenommen... 
ehrlich gesagt wußte ich vor zwei Wochen noch nicht einmal, was das ist. Ich twittere nicht und instagramme nicht und habe auch wenig Bezug zu diesen Themen.
Meinen Blog hier mag ich,  aus fast schon nostalgischen Gründen, Facebook ist Kommunikationsmittel, das wars auch schon bei mir.

Im großen und ganzen ist ein Tweetwalk also etwas, dessen Verständnis sich mir ein wenig entzieht ... man bewirbt sich und wenn man unter die Glücklichen zählt, denen das Los wohlgesonnen war, dann darf man teilnehmen... da ich blogge, konnte ich mich bewerben und das Thema war `Schleißheim´, also war ich interessiert.
So kam ich heute in den Genuss einer Führung durch Mitarbeiter der Schlösserverwaltung zu gleich vier ortsbezogenen Themenkomplexen.
(siehe auch hier: klick und hier klick)

Zum einen die Ikonologie vom Vestibül, Treppenaufgang und dem großen Saal des neuen Schlosses. Eine ja bekannt sehr maskuline Thematik... Kriegssymbolik, Macht etc pp.
Max Emanuel hat es diesbezüglich ja hier richtig "krachen lassen"... 
Weiter ging es hoch hinauf in die Bereiche vom Dachstuhl, in die man ja sonst als Besucher gar nicht gelangt... hier waren Reste der Strukturen der Dienstbotenkammern (niederes Personal) zu betrachten und es bot sich die Gelegenheit, auf das kupferne Vordach zu gelangen, von wo aus man einen grandiosen Blick auf das Blumenparterre  und den Kanal hatte. Wir sollten hier unbedingt aus Sicherheitsgründen auf den Holzbohlen bleiben, wobei diese in meinen Augen fast gefährlicher aussahen als das Dach an sich. ;)
Besagtes Blumenparterre und dessen archäologische Rekonstruktion war das Thema Nr. 3 - für mich sehr interessant, wenngleich ich nun weiß, dass die Rekonstruktion den Zustand des 19ten Jhs zeigt und nicht, wie ich bislang irgendwie immer dachte, den des 18ten.
Weiter gings dann zum 4. und letzten Thema, dem Obstgarten mit seinen historischen Apfelsorten.

Alles in allem 3,5 lehrreiche und kurzweilige Stunden...
Irritierend und ehrlich gesagt etwas suspekt blieb mir lediglich die Tatsache, dass  eigentlich fast alle Teilnehmer oder sagen wir mal zwei Drittel mit ihren Nasen eher auf diversen Displays als auf den Objekten in ihrer Umgebung klebten. So als wäre nicht das Thema des Vortrages der Grund der Anwesenheit, sondern lediglich die Mitteilung an den Rest der virtuellen Welt, dass ich jetzt in diesem Moment hier stünde... Fotografieren ist ja das eine, aber zeitgleich schreiben, auf Kommentare reagieren und dann noch zuhören und Information aufnehmen? Also ich für meinen Teil schaffe das nicht und möchte das auch nicht, wenn ich ehrlich sein soll.
(Ich sehe das auch aus der Sicht des Referierenden, dem gegenüber mir das irgendwie als fast schon unhöflich erscheint?)

Ein interessantes Experiment, worüber noch ein wenig reflektiert werden muss...  aber ich denke, in dieser Form war und bleibt es eine einmalige Sache für mich.
Nicht weil es "nicht gut" war, im Gegenteil, die Organisation war toll, sondern einfach, weil es so nicht meine Medien sind.




  

Museumsbelebung Burgtreswitz


Am vergangenen Feiertagswochenende folgten wir dem Ruf nach Burgtreswitz bei Weiden/Oberpfalz, um das dortige Museum ins Jahr 1748 zurück zu versetzen.
In dieser Zeit lebte und wirkte dort der Landpfleger (Richter) von Lichtenstern.
Mit 18 erwachsenen Darstellern und 3 Kindern war es nur eine kleine geladenen Gruppe, die Burg war das erste Mal Schauplatz einer solchen Veranstaltung und sowohl wir als auch der dortige Förderverein (der nebenbei bemerkt dort eine großartige Arbeit am und im Gebäude leistet) waren sehr gespannt. 

Ein großer Teil der Burg ist noch nicht für Besucher freigegeben und auch wir beschränkten uns auf zwei Räume und die Küche und am Samstag, als noch die Sonne schien, auch auf den Innenhof.
Das machte die Sache etwas schwierig, da der große Saal vor allem schwer zu bespielen war.
Dennoch war die Resonanz  sehr gut und vermutlich wird es auch im nächsten Jahr eine Veranstaltung dort geben.

Hier noch ein Video vom Stefan klick und ein Zeitungsartikel mit Foto vom Samstag aus der Lokalpresse: klick




Bilder vom Sonntag/Montag von Stefan Winter

Mittwoch, 28. September 2016

schwedisches Knäckebrot

Traditionelle Rezepte sind vor und für historische Events immer toll, da sie meist ein rustikales Aussehen der Speise garantieren und oft auch authentische Zutaten enthalten, da viele dieser Rezepte sehr alt sind.
Für das kommende Wochenende habe ich Knäckebrot nach einem schwedischen Rezept gebacken, das in dieser Form aber sicher - wie einfache Fladenbrote - überall in Europa gebacken wurde.
Zudem ist es gut vorzubereiten und lange haltbar, was auch nicht ganz unwichtig ist, wenn man ohne Kühlung auskommen muß.

Für diese Brote wird einfach Roggenmehl und Kleie (ich habe die Weizenkleie in Ermangelung derselben durch Haferflocken ersetzt) mit Hefe und Wasser und Salz (wahlweise auch Kräuter) rasch zu einem glatten Teig verarbeitet und dann gebacken.




Die schwedischen Brote wurden dann an einer Stange aufgereiht in der Küche trocken aufgehängt - daher das Loch in der Mitte Das habe ich zwar nicht vor, aber irgendwie nett ist es trotzdem und außerdem kann man die ausgestochenen Kreise gleich vom Blech naschen, sobald sie fertig sind :)

Samstag, 24. September 2016

Schlossbelebung Burgtreswitz

.... vielleicht ist ja jemand in der Gegend und hat noch nichts vor:


und hier noch ein kleiner Zeitungsartikel: 


Mittwoch, 21. September 2016

Samstag, 17. September 2016

ein Ring von der "La Belle"

Manchmal gibt es so Dinge, die sieht man und ist sofort verliebt.

Und ja, dann möchte man sie haben... so geschehen mit diesem kleinen Ring, dessen Abbild mir zufällig via Facebook über den Weg geflattert ist.



Das Original fand sein nasses Grab beim Untergang des Schiffes "La Belle" im Februar 1686 während eines Sturmes vor Matagorda Bay.
(Ich finde ja ohnehin, dass von Schiffswracks eine ganz besondere Faszination ausgeht..)


1995 eingehend archäologisch untersucht, zählt dieses Wrack zu den bedeutendsten Funden dieses Areals mit einer großen Zahl an Objekten aller Art, von militärisch bis zivil.
Informationen und weiterführende Links hier: klick

Philippe Robert hat eine ganz wunderbare Replik angefertigt (also vom Ring, nicht vom Schiff), die ich nun mein eigen nennen darf und ich bin wirklich begeistert über die Liebe zum Detail und das Herzblut, mit welchem Phillippe seine kleinen Schätze herstellt und vertreibt und über den netten Kontakt. Auch die Würfel auf den folgenden Bildern sind von ihm.




Wer ihn virtuell besuchen  möchte, findet ihn hier: 
klick 
Es lohnt sich!

(und in eigener Sache: das Spielbrett auf den Bildern ist in der TricTrac/Backgammon-Version oder auch als Dame-Feld bei mit via etsy erhältlich)


Kürbis-Zitronen-Marmelade

Eigentlich wollte ich ja ein Chutney kochen, aber dann fand ich dieses Rezept und was soll ich sagen... lecker!

Einen mittelgroßen Hokkaido würfeln, das Fleisch 15min in Butter (mit einem Schluck Wasser, sonst klebt es am Topfboden fest) garen, anschließend fein pürieren.
Unter das Pürree den Saft und die Schale zweier Zitronen rühren und eine Packung Gelierzucker 2:1, außerdem einen guten Schuß Rum.
Nochmal aufkochen und kurz köcheln lassen, dabei gut rühren.
Abschließend heiß in Gläser füllen.
Fertig.



Montag, 29. August 2016

Rokoko-Picknick

Sommerzeit ist Picknickzeit.
Und da es an diesem Samstag auch tatsächlich Sommer war, haben wir uns im kleinen Grüppchen zu einem schönen Nachmittag im Park von Schleißheim getroffen...

Darben muß man in unserem Hobby ja quasi nie und sich bog sich das Tischlein mal wieder vor leckeren Speisen, Tee und Kaffee, unter den Bäumen war es herrlich schattig und trotz der hohen Temperatur problemlos auszuhalten und der Park während des anschließenden Spazierganges war wunderbar menschenleer.




(für Bild 1-3 und 5-6 danke an Mechthild!)


Ich nutzte die Gelegenheit, mein neues 1790ger-Jäckchen auszuführen (Veranstaltungen für diese Zeit sind ja eher rar, aber die Revolutions-Mode ist so schön!).
Spontan am letzten WE genäht, ist es vom Schnitt nichts anderes als das angepaßte Oberteil der Anglaise; die Knopf- und Kragenform folgt grob dem recht bekannten rot-weiß-gestreiften Original aus der Kyoto-Sammlung (lange Ärmel wurden es leider nicht mehr, da war schlichtweg vom Stoff  nicht genügend da).



Schön war´s;
danke an alle, die dazu beigetragen haben!